Chronik

Zur Geschichte des SC Borussia 1920 Friedrichsfelde e.V.

Nach den heute vorliegenden Informationen bildete im Jahr 1920 eine etwa 20-köpfige Gruppe junger Turner des Männer-Turn-Vereins „Eiche Friedrichsfelde“, sehr zum Missfallen des Vereinsvorstandes, eine Fußballmannschaft.

Im April 1922 meldet die Zeitschrift „Der Fußballsport“ die Aufnahme des M.T.V. Eiche in den Verband Berliner Ballvereine (VBB). Im August 1924 wird der M.T.V. Eiche in SC Borussia 1920 umbenannt.

Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges stellen durch die näher und näher rückenden Fronten nach und nach alle Zeitungen ihr Erscheinen ein, womit sich zunächst alle Spuren des SC Borussia 1920 Friedrichsfelde verlieren.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges entstehen mit Unterstützung der Sportämter überall in Berlin sogenannte Kommunale Sportgruppen. In Friedrichsfelde gelingt es, dank des persönlichen Einsatzes von Mitgliedern des ehemaligen SC Borussia 1920 Friedrichsfelde, relativ schnell, die interessierten Einwohner zu organisieren.

Da „Borussia“ als Gemeinschaftsname von den Alliierten verboten ist, entscheidet sich die Vollversammlung unserer Sportgruppe im Januar 1949 für den Namen „Sportgemeinschaft Friedrichsfelde“. In den Jahren 1950 und 1951 werden die Sektionen Kegeln, Tischtennis, Tennis und Frauengymnastik gegründet. Im Jahre 1953 kommt auch noch eine Handballsektion hinzu.

1956 schließt sich der Verein der Betriebssportgemeinschaft Motor Lichtenberg an und besitzt zu diesem Zeitpunkt die Sektionen Fuß- und Handball, Kanu, Kegeln, Segeln, Tennis und Tischtennis.

In den folgenden Jahren entstehen bis zur Wende viele weitere Sektionen unter anderem:
1971 Gymnastik
1972 Volleyball
um 1980 Schach
1981 Freizeit- und Erholungssport (heute Schwimmen)
1981 Laufgruppe (heute Leichtathletik)

Im Zuge der Wende wird das Sportbüro im Trägerbetrieb Lufttechnische Anlagen aufgelöst. Die Delegiertenversammlung entscheidet sich daraufhin am 12 Dezember 1990, die BSG Motor Lichtenberg in den Traditionsnamen SC Borussia 1920 Friedrichsfelde umzubenennen und den Verein im Vereinsregister eintragen zu lassen. Dieses geschieht genau 11 Monate später am 12. November 1991.

Nur kurze Zeit später wurde im Jahre 1994 die Abteilung Basketball gegründet. Ihr folgten in den Jahren 1996/97 die Kampfsportarten Judo und Karate sowie die Abteilung Casting. Diese konnte gleich in den ersten Jahren ihres Bestehens mehrere Titel bei deutschen Meisterschaften und sogar den ersten Vizeweltmeistertitel des Vereines erringen.

Heute gehören insgesamt 15 verschiedene Abteilungen dem Verein an. Doch egal, in welcher Abteilung sich die Mitgliederrinnen und Mitglieder des Vereines aktiv betätigen; eines verbindet sie alle: Der Spaß am Sport!

Zur Geschichte der Abteilung Schach des SC Borussia 1920 Friedrichsfelde

Die Anfänge der Schachabteilung liegen leider weitestgehend im Dunkeln. Die ersten bekannten Daten sind mit dem Eintritt des Schachfreundes Frank Sündermann Jahre 1983 bekannt. Damals hatte die Sektion Schach der BSG Motor Lichtenberg etwa 20 Mitglieder, die sich vorwiegend aus dem Erwachsenenbereich zusammensetzten. Regelmäßig starteten ein bis zwei Mannschaften im Spielbetrieb.

Aktivitäten im Nachwuchsbereich wurden dann vor allem durch das Engagement von Frank Hoppenheidt entfaltet, der im Jahre 1986 mit einer Kindergruppe von der SG am Roederplatz in die BSG Motor Lichtenberg eintrat.

1986 startete erstmals eine Jugendmannschaft bei der Lichtenberger Kreismeisterschaft.

Nach dem Wegzug von Frank Hoppenheidt Anfang 1990 hielt Axel Roeser die Abteilung zusammen. Die 5 Kinder der Altersklasse 9/10 konnten sich in dieser schwierigen Zeit, mit quasi einem Spieler weniger, nicht nur für das Finale des letzten DDR-Pionierpokals qualifizieren, sondern in diesem sogar einen hervorragenden 6. Platz belegen.

Im Sommer 1990 stieß Markus Spindler mit seiner Truppe (DDR-Meister und DDR-Pokalsieger) hinzu. In den nachfolgenden Jahren konnten beachtliche Erfolge erzielt werden. Erwähnt seien mehrere Deutsche Meister und Vizemeistertitel im Schulschach mit der Mannschaft des Coubertin-Gymnasiums, der zweifache Gewinn des Lasker-Pokals, Berliner Mädchenmannschaftsmeister unter 20 Jahren 1997/98 und 1999/2000, Berliner Jugendmannschaftsmeister 1998/99 (unter 20 Jahren) u.v.m.

Anfang der 90er Jahre begann sich die Schachabteilung, einen guten Ruf für die Ausrichtung von verschiedenen Turnieren zu erwerben. So wurden bisher unter anderem zwei Deutsche Meisterschaften, 5 Jugend- und 3 Seniorenopen, sowie 11 mal das Abrafaxe-Kinderschachturnier ausgerichtet!

Seit dem Jahre 1992 unterstützt die Comiczeitschrift Mosaik die Aktivitäten der Abteilung und stellt unter anderem für das jährliche Abrafaxe-Kinderschachturnier nicht nur viele Preise, sondern auch die wahrscheinlich schönsten Pokale der Schachgeschichte zur Verfügung.

Die gute Kinder- und Jugendarbeit bewirkte, daß die Mitgliederzahlen der Abeilung ständig stiegen, obwohl es im Erwachsenenbereich durch Wegzüge zu einem Mitgliedermangel kam. Mittlerweile sind über 60 % der aktiven Mitglieder unter 25 Jahren. Um trotzdem den Spielabend der Erwachsenen aufrechtzuerhalten und die Mannschaften zu stärken, ging die Abteilung eine Spielgemeinschaft mit der Schachabteilung des Vereines Bau-Union ein.